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August Heinrich genannt „Bellemer Heiner“

De Bellemer Heiner - Lebenskünstler und Philosoph

„Barde, fahrender Sänger, Vagant, Spaß- und Fröhlichmacher mit ernsten Augen in dem lächelnd zerknitterten Gesicht, ein Original hausgemachten Leids und Humors, kaum unterzukriegen, schlank und biegsam wie eine Weidengerte, knitz und gradraus und derb bis dort` naus: Urtyp des tapferen, wendigen, jeder Gefahr und jeder misslichen Lage mit List und Humor widerstehenden Pfälzers“. So hat Lorenz Wingerter den August Heinrich, die Nummer Acht einer Gastwirtsfamilie aus Bellheim, den alle Welt „de Bellemer Heiner“ nannte, treffend beschrieben. Wer an Bellheim denkt, dem fällt ziemlich rasch sein Name ein, auch 50 Jahre nach seinem Tode. Einige haben ihn noch gekannt, mit Künstlermähne, breitrandigem Hut. Die meisten kennen ihn vom Hörensagen, durch seine Gedichte, die heute vielleicht mehr denn je Konjunktur haben, weil sie aus dem Leben geschöpft sind und mit Weisheiten gespickt, die volkstümlich-philosophisch den Nerv der Menschen in unserer Region treffen, auch heute noch.
August Heinrich zählte zu denjenigen, die etwas zu sagen hatten. Er hatte die Gabe, das in Worte zu fassen, spielerisch, was die Menschen in unserer Region bewegte, was ein Teil ihres Selbst war. Er traf den Nerv der Leute und brachte humorvoll, manchmal melancholisch-nachdenklich auf den Punkt, was ihnen wichtig war. Der Bellemer Heiner stand mitten im Leben und sicherlich liegt ein Geheimnis seines Erfolges darin, dass ihm „die Gabe des Beschenkens“ gegeben war, wie die Rheinpfalz an seinem Todestage titelte. „Millione haw ich froh gemacht“, sagte der Bellemer Heiner in seinem „Läwenslaaf“ und nicht umsonst zählen seine zahlreiche Gedichtbände, in denen er seine Lebensweisheiten auf unnachahmliche Weise in Versmaße gegossen hat, auch heute noch zu den am meisten gelesen Werken pfälzischer Mundartliteratur.
Der Bellemer Heiner war einer, der mit wehendem Umhang und offenen Augen durch die „Pälzer Weltg`schicht“ ging und seinen Landsleuten „ aufs Maul“ schaute. Er hat, wie sich bei den Recherchen zur Bellheimer Ortschronik herausstellte, viel mehr zu Papier gebracht, als er in Buchform veröffentlichen konnte. Der Kulturverein Bellheim möchte diese Lücke schließen. Er wird in einer kleinen Reihe unter dem Titel „De Bellmer Heiner verzeehlt ...“ die Reime in Buchform veröffentlichen, die bisher in der Form noch nicht publiziert wurden.
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