Schriftenreihe zur Orts- und Regionalgeschichte

Band 1
Von „wildem Geist“ und Gastwirtschaften,
von Festen und von Friedrichsbühl
Band 2
Bellheim in Vergangenheit und Gegenwart

De Bellemer Heiner - Lebenskünstler und Philosoph

„Barde, fahrender Sänger, Vagant, Spaß- und Fröhlichmacher mit ernsten Augen in dem lächelnd zerknitterten Gesicht, ein Original hausgemachten Leids und Humors, kaum unterzukriegen, schlank und biegsam wie eine Weidengerte, knitz und gradraus und derb bis dort` naus: Urtyp des tapferen, wendigen, jeder Gefahr und jeder misslichen Lage mit List und Humor widerstehenden Pfälzers“. So hat Lorenz Wingerter den August Heinrich, die Nummer Acht einer Gastwirtsfamilie aus Bellheim, den alle Welt „de Bellemer Heiner“ nannte, treffend beschrieben. Wer an Bellheim denkt, dem fällt ziemlich rasch sein Name ein, auch 50 Jahre nach seinem Tode. Einige haben ihn noch gekannt, mit Künstlermähne, breitrandigem Hut. Die meisten kennen ihn vom Hörensagen, durch seine Gedichte, die heute vielleicht mehr denn je Konjunktur haben, weil sie aus dem Leben geschöpft sind und mit Weisheiten gespickt, die volkstümlich-philosophisch den Nerv der Menschen in unserer Region treffen, auch heute noch.
August Heinrich zählte zu denjenigen, die etwas zu sagen hatten. Er hatte die Gabe, das in Worte zu fassen, spielerisch, was die Menschen in unserer Region bewegte, was ein Teil ihres Selbst war. Er traf den Nerv der Leute und brachte humorvoll, manchmal melancholisch-nachdenklich auf den Punkt, was ihnen wichtig war. Der Bellemer Heiner stand mitten im Leben und sicherlich liegt ein Geheimnis seines Erfolges darin, dass ihm „die Gabe des Beschenkens“ gegeben war, wie die Rheinpfalz an seinem Todestage titelte. „Millione haw ich froh gemacht“, sagte der Bellemer Heiner in seinem „Läwenslaaf“ und nicht umsonst zählen seine zahlreiche Gedichtbände, in denen er seine Lebensweisheiten auf unnachahmliche Weise in Versmaße gegossen hat, auch heute noch zu den am meisten gelesen Werken pfälzischer Mundartliteratur.
Der Bellemer Heiner war einer, der mit wehendem Umhang und offenen Augen durch die „Pälzer Weltg`schicht“ ging und seinen Landsleuten „ aufs Maul“ schaute. Er hat, wie sich bei den Recherchen zur Bellheimer Ortschronik herausstellte, viel mehr zu Papier gebracht, als er in Buchform veröffentlichen konnte. Der Kulturverein Bellheim möchte diese Lücke schließen. Er wird in einer kleinen Reihe unter dem Titel „De Bellmer Heiner verzeehlt ...“ die Reime in Buchform veröffentlichen, die bisher in der Form noch nicht publiziert wurden.

Dazugehörige Publikationen:

Band I: Vun allem e bissel

Wer an Bellheim denkt, dem fällt ziemlich rasch sein Name ein, auch nahezu 40 Jahre nach seinem Tode. Einige haben ihn noch gekannt, mit Künstlermähne, breitrandigem Hut. Die meisten kennen ihn vom Hörensagen, durch seine Gedichte, die heute vielleicht mehr denn je Konjunktur haben, weil sie aus dem Leben geschöpft sind und mit Weisheiten gespickt, die volkstümlich-philosophisch den Nerv der Menschen in unserer Region treffen, auch heute noch. De Bellemer Heiner ist Teil unseres Bellheim und wird es bleiben. Er gehört zu uns, wie Hopfen und Malz zum Bier gehören und es war sicherlich kein Zufall, dass die Bellheimer Brauerei zum 25. Todestag und anlässlch ihres 125jährigen Jubiläums allen Freunden Bellheims, der Pfalz und der pfälzischen Mundart mit der Herausgabe seiner Biographie aus der Feder von Hans Blinn ein schönes Geschenk gemacht hat. Der Kulturverein Bellheim sieht es als seine Aufgabe an, dieses Anliegen fortzuführen. Der erste Band der Reihe trägt die Titelüberschrift „vun allem e bissel“. Er ist mit Zeichnungen des Bellheimer Künstler Andreas Rüdiger illustriert, für dessen Mitarbeit wir uns sehr herzlich bedanken.

Band II: Vum Welttheater

De Bellemer Heiner un des große Welttheater

August Heinrich - unser Bellemer Heiner - bleibt unvergessen! Kaum einem anderen Pfälzer wurde bis heute so viel Aufmerksamkeit zuteil wie ihm, kaum einer wurde so facettenreich beschrieben wie er. Er war mit Leib und Seele Pfälzer, liebte seine Heimat und seine Heimatgemeinde Bellheim über alles und ließ in seinen Gedichten keinen Zweifel daran, welchen Landstrich der liebe Gott besonders bevorzugt haben musste. Die „Palz“, davon war er überzeugt, die war „de Nawwel vun de Erd“. „Wer emol durch die weite Welt, E Räs ´gemacht, e schäni, Der fühl es stolz in seine Bruscht, E Palz gibt´s halt blos äni (...)“. So kennen ihn die Meisten, den Mundartpoeten, der den Pfälzern aus der Seele sprach, seine Heimat hoch leben ließ. Der Bellemer Heiner war aber auch einer, der mitten im Leben stand, der augenzwinkernd oder mahnend nicht zuletzt auch tagespolitische Ereignisse „aufs Korn“ nahm. Die Zeitung war für ihn das Medium, das seine Glossen in Reimform an den Leser brachte, das aber auch die „handwarme“ Aktualität in die Gedichte des Mundartbarden einfließen ließ. Das Wissen, Bildung und ein gerüttelt Maß an Lebenserfahrung prädestinierten den damals über 70-Jährigen geradezu, Kritik zu üben an Zeiterscheinungen, sie zu kommentieren, mit spitzer Feder zu glossieren. Er prangerte an und nahm kein Blatt vor den Mund. Sein Metier war die „Pälzer Sprooch“, die ihn reden ließ „wie ihm de Schnawwel gewachse war“. Kein Thema war ihm fremd, kein Anlass ihm nicht wichtig genug, nichts gab es, was er nicht reimen konnte, mit Herz und Verstand. Genau darin liegt der Reiz dieses Gedichtbandes.

Die Themen umspannen die damalige Weltpolitik, die besondere deutsch-deutsche Wirklichkeit als Mittelpunkt und Spielball der Großmächte; sie beziehen die Sorgen und Nöte des kleinen Mannes ebenso ein wie die Boulevard - Nachrichten aus den Europäischen Fürstenhäusern. Der 2. Band ist mit Zeichnungen des Bellheimer Künstler Herbert Gawrisch (Hegar) illustriert, für dessen Mitarbeit wir uns sehr herzlich bedanken.

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